Technische Eigenschaften der NawaRo®-Gehäuseserie

Die für die Gehäuseserien verwendeten Werkstoffe gleichen im mechanischen Eigenschaftsprofil schlagzähen Kunststoffen (z.B. ABS) und bestehen je nach Rezeptur aus Biopolymeren, Polyhydroxialkanoaten, -butyraten, Polycaprolacton, Polyester, Stärke, Ingeo TM, Lignin, Naturharzen, -wachsen, -ölen, natürlichen Fettsäuren, Cellulose, biologischen Additiven und natürlichen Verstärkungsfasern. Die Eigenschaften des jeweils verwendeten Biogranulats können durch eine entsprechende Additivierung an höhere Anforderungen angepasst werden. Hinsichtlich der UV-Beständigkeit eignet sich die Naturvariante im Außenbereich für kurz- bis mittelfristige Güter, die nicht direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind. Für langlebigere Anwendungen kann ein zusätzlicher UV-Schutz eingearbeitet werden. Im Programm sind sowohl Biogranulate, die sich für steife Gehäuse eignen, als auch Varianten mit sehr guter Spannungsrissbeständigkeit.
Die Gehäuse aus Biokunststoffen lassen sich, etwa mittels Fräsen und Bohren, genauso weiterverarbeiten wie vergleichbare Teile aus herkömmlichen Kunststoffen und unterscheiden sich auch in der Designfreiheit nicht von Polyamiden auf Erdölbasis. Durch Lackieren wird jedoch die Kompostierbarkeit eingeschränkt. Allerdings schreitet bei der Farbgebung die Entwicklung von Bio-Farbbatchen aus organischen Stoffen zur direkten Einfärbung im Spritzgussverfahren voran, deren Einsatz die Richard Wöhr GmbH favorisieren wird, sobald die Anforderungen für bestimmte Produkteigenschaften erfüllt werden.

NawaRo-Montageplatten aus Biokunststoff

Zu häufig gestellten Fragen (FAQ) können wir folgende Aussagen machen:

Weshalb bevorzugen Sie als Basis zur Herstellung der NawaRo-Gehäuse den Biokunststoff Lignin vor anderen Bio-Derivaten wie beispielsweise Cellulose?

Lignin ist ein industrielles Beiprodukt (es fällt etwa bei der Papierherstellung an, da es zur Vergilbung beitragen würde) und hat daher eine gute CO2-Bilanz. Die Herstellung von Cellulose bzw. Celluloseacetat ist vergleichsweise sehr ressourcenintensiv, z.B. aufgrund der hohen Temperaturen im Herstellungsprozess. Unser Compound enthält zudem Holzfasern aus regionalen Sägewerken im süddeutschen Raum und damit aus nachhaltiger Forstwirtschaft.

Sind Ihre NawaRo(R)-Gehäuse zu 100% biologisch abbaubar?

Ja, das sind sie. Eine Einschränkung besteht lediglich, wenn z.B. Metallteile wie Gewindebuchsen o.ä. eingebaut werden.

Wie kann die Entsorgung idealerweise erfolgen?

Durch die thermische Verwertung entsteht zusätzlich klimaneutrale Energie, alternativ wird das Material mechanisch geschreddert und dann auf natürlichem Wege kompostiert und durch Mikroorganismen zersetzt.

Besteht das für den Spritzgussprozess verwendete Material zu 100% aus nachwachsenden Rohstoffen?

Ja, das ist bei uns der Fall und unterscheidet unsere von Produkten so mancher Mitbewerber, welche zwar biologisch abbaubar sind, jedoch nicht zu 100% aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen. Da der Hauptbestandteil Lignin neben der Zellulose der am häufigsten in der Natur vorkommende organische Stoff ist, betreiben wir auch keinen Raubbau an der Natur.

Sind auch abweichende Farbtöne möglich?

Ja, wir verwenden zum einen Biogranulate, in denen alle Farbtöne des RAL- oder Pantone-Spektrums abbildbar sind und zum anderen Biogranulate, deren Oberfläche nach dem Spritzguss stark von der Holzfasereigenfarbe und -struktur geprägt sind. Letztere können keinen reinen Farbton erreichen, betonen dafür aber das Ökologisch-natürliche in den Farbtönen beige bis schwarz. Verstärkt sind auch Biofarben (organische Farbsubstanzen) zur Einfärbung des Granulats im Kommen. Derzeit ist die Farbauswahl hierfür noch nicht sehr groß und es werden nicht alle Farbsysteme abgedeckt. Aber die Entwicklung auf diesem Gebiet ist vielversprechend, zumal auch die Nachfrage kontinuierlich steigt.

Zertifizierung EN ISO 14001
Die Richard Wöhr GmbH ist nach EN ISO 9001 (Qualität), EN ISO 13485 (Medizin) und seit 2010 auch nach EN ISO 14001 (Umwelt) zertifiziert. Eine nachhaltige umweltgerechte Produktion ist dem Unternehmen und seinen Mitarbeitern ein großes Anliegen, auch mit Blick auf künftige Generationen. Mit entsprechenden Maßnahmen, in die alle Mitarbeiter von Anfang an mit einbezogen sind, wird das inhabergeführte Familienunternehmen dem Anforderungskatalog für die Umweltzertifizierung mehr als gerecht.